Die Ethik von Albert Schweitzer
I/ Biographie (1875- 1965)
Der Lebenslauf Albert Schweitzers lässt sich in zwei wesentliche Abschnitte aufteilen. Der erste umfasst die Jahre 1875 bis 1931, der zweite die Jahre 1931 bis zu seinem Tode 1965.
Albert Schweitzer wird 1875 im Elsass geboren und wächst auch dort auf. Das Elsass gehörte vor dem Krieg noch zu Deutschland. Er kommt aus einer gläubigen und praktizierenden Familie, sein Vater ist Pfarrer. Schon als Kind interessiert er sich für die unterdrückten und vernachlässigten Menschen und Tiere, die nicht ernst genommen werden. Seine Interessen sind das Denken, der Mensch und Gott.
Nach Beendigung seiner Schulzeit zeichnet er sich durch brilliante Studien in Philosophie und Theologie aus. Aber, obwohl ihm das Denken und die Weiterentwicklung der humanistischen Gedanken sehr wichtig bleiben, ist für ihn die Idee schwierig, dass er selbst nichts zu einer Veränderung beiträgt. Diese Erkenntnis beschäftigt ihn sehr, er möchte sich konkret einsetzen und somit den anderen helfen.
Im Jahre 1905 fühlt er sich mehr denn je vom Unglück der Mitmenschen, von deren Verfolgungen und deren Demütigungen berührt. Er möchte grösstmögliche Fähigkeiten erwerben, um dem Leiden und dem Unglück in der Welt entgegentreten zu können. Er beginnt ein Medizinstudium mit dem Ziel Arzt in Afrika zu werden.
1913, mit seinem medizinischen Diplom in der Tasche, nimmt er ein Schiff welches ihn nach Afrika bringt - genauer gesagt nach Gabun. Er bleibt für mehrere lange Aufenthalte dort und baut sein Spital in Lambarene auf.
Albert Schweitzer spielt mit Begeisterung Orgel und ist vor allem von der Musik Bachs fasziniert. Sein Ziel ist, nach seiner Rückkehr nach Europa, Vorträge zu halten und Konzerte zu geben, um Unterstützungsgelder für Gabun zu suchen. 1952 erhält er für sein Werk und für seinen Einsatz gegen Atomwaffen den Friedensnobelpreis. Er stirbt am 4. September 1965 im Alter von 90 Jahren.
II/ Das Leben von Albert Schweitzer
Der Bau des Spitals in Lambarene im Jahre 1913 symbolisiert das geistige Werk von Doktor Albert Schweitzer.
Während seiner Reisen und Aufenthalte in Afrika hat er seine Gedanken entwickelt, die in einem Satz zusammen gefasst werden können:
Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.
Das Wesentliche für den Fortschritt liegt für Albert Schweitzer nicht in den Dingen, sondern beim Menschen. Beim Menschen und seinem Respekt vor dem Leben. Alles, was das Leben erhält ist gut und alles, was es vernichtet ist schlecht.
Die Ethik vor dem Respekt des Lebens ist immer zeitgemäss und darin liegt ihre Einmaligkeit. Sie muss nicht neu formuliert werden, gleichzeitig aber muss man jedes Mal ihren Parameter überdenken und die Rangordnung festlegen.
Jedoch ist es unmöglich Leben zu erhalten ohne dass anderes Leben zerstört wird. Das heisst aber nicht, wie es auch Doktor Schweitzer unterstreicht, dass wegen der Tatsache, dass der Mensch seine Umgebung unterwerfen kann und die Entscheidungsmöglichkeit über Leben und Tod im Pflanzen- und Tierreich hat, er damit das Recht erhält alles zu verbrauchen und zu zerstören. Der Mensch ist mit einer Verantwortung beauftragt: die Freiheit die Schöpfung zu unterwerfen beinhaltet gleichzeitig die Verantwortung sie zu schützen.
Es handelt sich demzufolge um eine mobilisierende und verantwortungsbewusste Ethik, welche zu einem dynamischen Prozess führt. Die Natur zu nutzen oder umzuformen heisst, sie in einer aktiven und dynamischen Weise zu schützen, im Sinne des Lebens. Da nun der Mensch einmal programmiert ist, auf Kosten seiner Umgebung zu leben, kann er es ebenso bewusst tun.
Es ist aber wichtig zu unterstreichen, dass das ethische Problem in erster Linie ein persönliches Problem ist. Eine Person fördert eine persönliche Ethik, ganz ehrlich für sich. Albert Schweitzer fordert zur Vorsicht auf, niemand hat das Recht für den anderen zu entscheiden. Dennoch, „Das Beispiel ist nicht nur das beste Mittel, es ist das einzige" sagt er.
III/ Albert Schweitzer und Nouvelle Planète
Das Andenken und das Werk Albert Schweitzer's sind massgebend innerhalb der Organisation und der Aktivitäten von Nouvelle Planète. Zunächst sind es die Projekte, die Nouvelle Planète unterstützt. Projekte die von den Leuten der Basis in den südlichen Ländern beantragt werden und durch die Leute des Südens realisiert werden und mit Mitteln des Südens gefördert werden. Alle unterstützten Projekte zielen auf die Verbesserung des Lebensstandards der lokalen Bevölkerung hin, mit dem Bestreben das Brauchtum und die Natur zu respektieren. Im Vordergrund steht eine enge Beziehung zwischen Wirtschaft und Ökologie.
Dann ist da das Spital in Lambarene in Gabun wo Nouvelle Planète auch Lager organisiert. Es handelt sich um ein Spital, welches heute im Sinn und Geist von Schweitzer weiter geführt wird, ein Spital für die Eingeborenen, welches die Sitten und Gebräuche letzterer respektiert. Zu den Lagern kommt noch die Mitarbeit von Nouvelle Planète mit anderen Vereinen, die dieselben Ziele anstreben: ASAP (Philippinischer Verein Albert Schweitzer) und auch der Burkinabeische Verein Albert Schweitzer.
Schliesslich sind da noch die Arbeitseinsätze für Jugendliche und Erwachsene/Senioren, die seit bald zwanzig Jahren von Nouvelle Planète organisiert werden. Diese Einsätze finden im Süden statt, um jenen die es wünschen, die Gelegenheit zu geben konkret an der Verwirklichung eines Entwicklungsprojektes teilzunehmen. Die Einsätze gehen aber noch weiter. Sie bieten allen ehrenamtlichen Helfern die Gelegenheit sich einer anderen Kultur, einer anderen Lebensweise zu öffnen. Die Anderen mit ihren Freuden und ihrem Kummer zu verstehen und ihren Alltag zu teilen. Zusammen und Hand in Hand mit ihnen das zu tun, was wir im Gegenzug von ihnen erwarten, was sie bei uns tun würden.







